Aktuelle Kurzmeldungen aus dem CORREO DEL VALLE

6.10.2017

 

100 neue Parkplätze in Triana

Den konstanten Parkplatzabbau in manchen Zonen der Innenstadt über die vergangenen Jahre versucht die Gemeinde Los Llanos nun dahingehend zu korrigieren, dass sie nach alternativen Parkplatzflächen in Zentrumsnähe sucht und zum Gratisparken anbietet. Nach Retamar und La Carrilla stehen neuerdings in der Calle Pedro Miguel Hernández Camacho – besser als recta de Triana bekannt –, 100 neue Parkplätze zur Verfügung, circa drei Gehminuten von der Plaza entfernt.

 

Ein bisschen mehr Windkraftenergie

Die spärlich vorhandenen Windräder sollen bescheidenen Zuwachs bekommen: neben den vier bestehenden Windkraftwerken in Juan Adalid (Garafía), Manchas Blancas (Mazo), Las Cabras (Fuencaliente) und am Flughafen steht die Aufstellung von zwei weiteren Generatoren vor der Genehmigung: an der Salvatierra in Garafía und der Montaña del Viento in Fuencaliente.

 

Immer frisches Wasser am Charco Azul

Die bekannten Naturschwimmbecken am Charco Azul in San Andrés y Sauces füllen sich auf natürliche Art bei Flut und hohem Wellengang. Während stärkerer Ebbeperioden oder bei geringem Seegang war das Wasser jedoch schnell abgestanden. Damit es in Zukunft auch in solchen Phasen sauber und frisch bleibt, ist ein innovatives Filter- und Pumpsystem installiert worden, das ein konstant frisches und kristallklares Wasser garantiert. 


 

NEUES AUS DER HAUPTSTADT // Stefan Kaufmann //
Manchmal ist die Fassade nur Fassade – und verbirgt Königliches

Was sich hinter Mauern und Fassaden verbirgt

Es zeigt sich oft nur beim zweiten oder dritten Hinsehen und auch nur dem, dessen neugieriger Blick frei von Hab und Gier ist, oder dem, der einfach mit der Tür ins Haus fällt: das Leben und Wirken hinter der Fassade. In ihrer Bedeutung sind sie oft großmäulig, zuweilen aber auch bescheiden und demütig. Dies zeigt sich bei einem Bummel durch die vielleicht schönste Fassaden-Stadt von allen. Die Balkonhäuser an der Ufermeile, die Herrenhäuser an der Peripherie oder die wuchtigen Handelshäuser in der Altstadt – allen ist die Fassade und mit ihr ein manchmal vielsagendes Gesicht gemein. Als Beispiel dient uns heute eine Fassade, hinter der in Reichweite der Kirche die Königliche Kosmologische Gesellschaft residiert und wie ein Mauerblümchen hinter denen der Bummelmeile im Schatten des Unscheinbaren steht.

Hier verbirgt sich die im Jahre 1881 gegründete Kulturgesellschaft Real Sociedad Cosmológica, die auf dem gesamten Kanarischen Archipel ein hohes Ansehen genießt. Das zeigt auch schon die Fassade und vermittelt dem Besucher schlicht und ergreifend den Reichtum an Wissen und Kultur. Das hat auch Programm: Ihre Funktion als Übermittler und Anbieter verschiedenster Geistesströmungen zunächst des 19. Jahrhunderts mit Entwicklungen des Positivismus und Darwinismus machte sie bis heute zu einer bedeutenden Institution in den unterschiedlichen Gesellschaften der kanarischen Städte und Ortschaften. Hat man sich an der Fassade schließlich entlang gehangelt, erkennt man in zunächst unerreichbar erscheinenden Ferne die Eingangstür: Sie befindet sich an der mächtigen Hauptfassade des Gebäudes und ist über eine im imperialistischen Stil gehaltene Treppe erreichbar, die in den 1980er Jahren neu gestaltet wurde. Kaum über die Schwelle getreten, erschließt sich dem Besucher die eigentliche Hauptaufgabe der Gesellschaft, die bereits im Gründungsjahr buchstäblich in Stein gemeißelt worden war: das Einrichten eines Museums für Geschichte und Völkerkunde und deren Forschung. Darüber hinaus konzentriert sich die Kulturgesellschaft auch heute noch auf die Themenbereiche Flora & Fauna der Kanaren sowie auf das Hab und Gut der Ureinwohner der Insel, den Benahoares.

Der Fundus des Museums wurde 1983 in die Archive der Inselregierung übergeben, wo er sich noch heute befindet. Aktuell besteht der Service der Gesellschaft hauptsächlich darin, die üblichen Aufgaben einer öffentlichen Bibliothek wahrzunehmen und darüber hinaus als Archiv zu fungieren. Die Einrichtung der Bibliothek Cervantes wurde bereits im Jahre 1909 vorgenommen und nahm sich den berühmten spanischen Autor Miguel de Cervantes als Namensgeber. Der Bibliotheksfundus verfügt über 25.000 Bände und verwahrt einen wertvollen Bestand an klerikaler Literatur, der aus den Archiven der Klöster aus La Palma stammt. Das gesamte öffentliche Pressearchiv der Insel La Palma, dessen früheste Einträge auf das Jahr 1863 datieren, wird ebenfalls in den Räumlichkeiten der jahrhundertealten Kulturgesellschaft archiviert.

Ein Besuch lohnt sich immer, zumal beim genaueren Hinsehen die Spuren der Stadtgeschichte auszumachen sind und eine Sammlung (bemalter) Wappenschilder aus den Beständen alteingesessener Familien der Stadt zu finden sind, die damit ihre Hausfassaden dekorierten. In diesem Kontext sind in dieser Sammlung auch Wappenschilder der ehemaligen Festungen und Stadteingänge zu finden, die ehemals die Stadt gegen die Überfälle jener Zeit schützten. Als herausragendes Museumsstück ist die elegante barocke Empore der Familie Arce y Rojas aus dem 17. Jahrhundert zu sehen, die mit aufwendigen Schnitzarbeiten versehen ist. Sie befindet sich im Aufgang zum zweiten Stock des Gebäudes, wo auch die erste Holzpresse der Insel aus dem 19. Jahrhundert ausgestellt ist.