Besucherzentrum Cueva de Belmaco

La Palma - Die Guanchen

Es wird angenommen, dass die Guanchen (vorspanische Bevölkerung) La Palmas seit etwa 500 vor Christus in mehreren Wellen aus Nordafrika eingewandert ist. Reste der Sprache, Traditionen, Essensgewohnheiten und die überlieferte Beschreibung der Altkanarier als hochgewachsene hellhäutige, den Berbern ähnliche Typen bestätigen dies. Nach dem Namen ihrer Insel gefragt, antworteten sie der Überlieferung nach mit "Benahoare" (="mein Land"). Daher hat sich für sie die Bezeichnung "Benahoaritas" oder "Ahoritas" eingebürgert. Die Ureinwohner aller Kanaren werden auch "Altkanarier" genannt. Der Terminus "Guanchen" bezieht sich korrekter Weise nur auf die Ureinwohner Teneriffas, wird aber heute auch auf La Palma für dessen Ureinwohner verwendet.

Guanchenkönig Tanausu wurde nur mit List besiegt

Die Altkanarier/Guanchen lebten in Höhlen und einfachen Behausungen als Jäger und Hirten auf jungsteinzeitlichem Kulturniveau in zwölf Stämmen, deren Namen und Gebiete ziemlich genau den heutigen Gemeinden entsprechen. Mit geschickten Steinwürfen gelang es ihnen (Frauen wie Männern), die mit Schusswaffen anrückenden spanischen Eroberer lange Zeit zurück zu werfen. Erst durch List gelang es dem Spanier Alonso de Lugo 1493, den letzten Guanchenkönig Tanausu aus seiner sicheren Naturfestung, der Caldera, zu locken und gefangen zu nehmen. Nach dessen Hungertod war die Unterwerfung La Palmas abgeschlossen. Die Guanchen wurden zum Großteil als Sklaven verkauft oder getauft. Nur im abgelegenen Norden La Palmas zogen sich einige noch längere Zeit zurück.

Guanchensiedlungen und Reste

Von der Kultur der Guanchen auf La Palma zeugen vor allem ästhetisch vollendete Exemplare schwarzer Keramik, Reste steinzeitlichen Werkzeugs sowie Felszeichnungen an exponierten Stellen der Natur: Bedeutend sind die Petroglyphen (Felsritzungen) von La Zarza, Belmaco, Las Tricias, Garafía (Santo Domingo), El Tendal (bei San Andrés y Sauces) und bei El Paso. Sie stellen meist geometrische Labyrinthe, Spiralen oder Wellen dar. Wenige menschenähnliche Darstellungen wurden bei La Zarzita entdeckt. Heute wird das Erbe der Guanchen hoch geschätzt. Das moderne archäologische Museum in Los Llanos ist ihm gewidmet.